Jusos Neckar-Odenwald wählen neuen Kreisvorstand und fordern Kurswechsel der SPD

Veröffentlicht am 26.07.2026 in Aktuelles

Kreismitgliederversammlung in Buchen: Wechsel an der Spitze, klare sozialpolitische Positionen und Einsatz für Kinder und Jugendliche

Zur Kreismitgliederversammlung kamen die Jusos Neckar-Odenwald im Brunnencafé in Buchen zusammen. Im Mittelpunkt standen die turnusmäßigen Neuwahlen des Kreisvorstands sowie eine Diskussion über die aktuelle politische Lage.

Zu Beginn begrüßte der bisherige Co-Kreisvorsitzende Jonas Weber die anwesenden Mitglieder. In seinem Grußwort dankte der SPD-Kreisvorsitzende Markus Dosch den Jusos für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Jusos hätten sich in den vergangenen Jahren zu einer tragenden Säule des SPD-Kreisverbands entwickelt und prägten dessen Arbeit heute an vielen Stellen maßgeblich.

Vor den Neuwahlen blickte Jonas Weber auf die vergangenen drei Jahre zurück. In dieser Zeit hätten die Jusos zahlreiche politische Veranstaltungen und Aktionen organisiert. Zu den wichtigsten Erfolgen zählte er den ersten Christopher Street Day in Mosbach im Jahr 2023, mehrere Veranstaltungen der Reihe „Pizza und Politik“ sowie die Mitorganisation der Demonstration für Demokratie und Menschenrechte Anfang 2025 mit rund 4.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch bei den Kommunalwahlen 2024 hätten so viele junge Menschen wie nie zuvor für die SPD kandidiert. Gleichzeitig sei der Einfluss der Jusos innerhalb des SPD-Kreisverbands deutlich gewachsen. Heute seien zahlreiche Jusos im Kreisvorstand vertreten.  

Weber trat nach drei Jahren nicht erneut als Co-Kreisvorsitzender an. Er bedankte sich insbesondere bei seiner bisherigen Co-Vorsitzenden Fabienne Tonini für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf die vergangenen Jahre zurück. Gemeinsam haben wir viel erreicht und die Jusos im Neckar-Odenwald-Kreis deutlich vorangebracht.“ Da er bei der kommenden Kreismitgliederversammlung gemeinsam mit Anna Cunningham für den Vorsitz des SPD-Kreisverbands kandidieren wird, habe er sich bewusst entschieden, den Staffelstab bei den Jusos weiterzugeben.

Die Mitgliederversammlung wählte anschließend einstimmig einen neuen Kreisvorstand. Fabienne Tonini aus Billigheim wurde in ihre fünfte Amtszeit als Co-Kreisvorsitzende gewählt. Neu an ihrer Seite ist Drilon Abazi aus Walldürn, der bislang stellvertretender Vorsitzender war. Neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Philipp Hensinger aus Walldürn. Komplettiert wird der Vorstand durch die Beisitzerinnen und Beisitzer Anna-Maria Sauer und Niklas Schaller aus Mosbach sowie Jonas Weber.

Großen Raum nahm die Diskussion über die aktuelle politische Situation ein. Der neue Co-Kreisvorsitzende Drilon Abazi fand dabei deutliche Worte zur Politik der Bundesregierung. Aus seiner Sicht würden Kürzungen zunehmend als Reformen verkauft, während die arbeitende Bevölkerung immer stärker belastet werde. Dadurch verliere die SPD ihren sozialen Markenkern.

Auch Fabienne Tonini richtete einen Appell an die Parteiführung. Wenn die SPD ihren bisherigen Kurs fortsetze, drohe sie weiter an Bedeutung zu verlieren. Die SPD müsse wieder die Partei des Fortschritts werden, die das Leben der arbeitenden Menschen ebenso wie das derjenigen, die Unterstützung benötigen, einfacher mache und dabei soziale Gerechtigkeit mit wirtschaftlicher Vernunft und ökologischem Fortschritt verbinde.

Zum Abschluss berichteten Drilon Abazi und Jonas Weber aus dem Jugendhilfeausschuss des Landkreises. Weber begrüßte die jüngst beschlossene Aufstockung der Mittel für die Schulsozialarbeit. Bereits vor einem Jahr habe die SPD-Fraktion eine Stärkung beantragt, damals jedoch ohne Mehrheit. „Es freut uns, dass sich unsere Forderung nun durchsetzt. Die Kinder und Jugendlichen hätten diese Unterstützung allerdings schon vor einem Jahr gut gebrauchen können.“

Außerdem kündigten beide an, sich in der kommenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses für eine bessere Ausstattung der Anlaufstelle gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Die Zahl der Beratungsfälle sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, gleichzeitig wachse der Bedarf an Präventionsarbeit in Schulen und Kindertageseinrichtungen. „Der Schutz von Kindern darf nicht daran scheitern, dass eine bewährte Fachstelle an ihre personellen Grenzen stößt. Wer Prävention ernst meint, muss auch die notwendigen personellen Voraussetzungen schaffen“, betonte Weber.

Zum Abschluss der Versammlung bedankten sich Fabienne Tonini und Drilon Abazi bei allen Mitgliedern für ihr Engagement und das entgegengebrachte Vertrauen. Tonini machte deutlich, dass die Jusos auch künftig eine klare Stimme innerhalb der SPD und in der Öffentlichkeit sein werden. „Wir werden weiterhin laut sein, weil es um unsere Zukunft geht. Junge Menschen dürfen nicht nur die Entscheidungen von heute ausbaden, sondern müssen sie auch mitgestalten können. Wir wollen nicht nur von der Seitenlinie zuschauen. Wir wollen Verantwortung übernehmen und unsere Zukunft aktiv mitgestalten.“